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Arbeiten beim Bestatter

„Wir sind keine Todesengel“ – Die Arbeit in einem Bestattungsunternehmen (2/2)

Im ersten Teil unseres Interviews haben Sie bereits Einblicke über die Arbeit in einem Bestattungsunternehmen erhalten. Erfahren Sie nun, wie wichtig es ist, dass Thema Tod und Bestattung nicht auszuklammern.

„Die Gesellschaft muss sich mehr mit dem Thema Tod beschäftigen“

„In der Gesellschaft ist es leider so, dass sich die Menschen nicht mit dem Thema auseinandersetzen. Auch ich habe mich jahrelang nicht damit beschäftigen wollen und nicht einmal gemerkt, dass es Bestatter um mich herum gab“, erzählt Bianca Herr, kaufmännische Angestellte beim Bestattungsinstitut Joachim Männer in Ingolstadt. Doch seit sie in der Bestattungsbranche tätig ist hat sich ihr Blick auf den Tod verändert.

„Es arbeitet in einem selber“, erklärt sie. „Ich bin erst 31, aber ich habe mir einen Ordner angelegt, in dem ich meine ganzen Unterlagen schon abgeheftet habe. Falls mir etwas passieren sollte, wissen meine Kollegen wo sie alles herbekommen. Ich weiß, man sagt immer, man ist ja noch so jung. Aber ich habe so viele Akten von Menschen vor mir gehabt, die auch ihr ganzes Leben noch vor sich hatten“. Auch um eine Absicherung für ihre Tochter hat sie sich bereits gekümmert.

Sie würde deshalb jedem raten, sich frühzeitig mit dem Thema zu beschäftigen. Auch wenn es nicht sofort darum gehe Versicherungen abzuschließen, so sei es doch wichtig mit den Angehörigen über Gestaltung und Ablauf der Beerdigung zu sprechen. „Ich habe viele Fälle in denen Leute nicht wussten ob sich ihre Angehörigen eine Erd- oder Feuerbestattung wünschen, oder ob ein Pfarrer anwesend sein soll“, so Herr.

Beratungen ganz ohne Verpflichtungen und transparente Kosten

Im Bestattungsinstitut Joachim Männer kann jeder einen Termin für ein kostenloses Vorsorgegespräch vereinbaren und sich über das Thema Tod und Beerdigung informieren. Sogar Hausbesuche stehen immer wieder auf der Agenda. „Ich glaube, dass die meisten Menschen zu wenig über das Thema wissen. Wie läuft eine Bestattung ab? Welche Unterlagen benötige ich? Wen muss ich anrufen?“, denkt Herr. Deshalb hätten Bestatter auch so einen verpönten Ruf.

Den schlechten Ruf hätten Bestatter auch aufgrund des finanziellen Aspektes. Bei einer Beerdigung fließen viele Kostenpunkte zusammen, viele davon werden vom Bestattungsunternehmen organisiert. Auf wenige Kostenfaktoren hat aber ein Bestatter tatsächlich selbst einen Einfluss. Stadt- und Friedhofsgebühren beispielsweise, Blumenkränze, Traueranzeigen und Sterbebilder – „diese Preise sind fix, da schlagen wir auch nichts für uns drauf“. Kunden würden stets eine genaue Abrechnung erhalten.

„Es ist gut sich auch hierüber Auskünfte einzuholen und vielleicht auch zu vergleichen“, rät Herr. Das Bestattungsinstitut Joachim Männer erklärt seinen Kunden ganz genau welche Posten auf die Hinterbliebenen zukommen. „Wir stehen gerne mit Rat und Tat zur Seite“.

Informationen zu sammeln ist wichtig – ganz ohne Verpflichtungen: „Man muss nicht sofort Verträge abschließen, da haben wir viele Möglichkeiten. Einige Kunden kommen erst Monate nach einem Beratungsgespräch wieder, wenn sie sich über alles Gedanken gemacht haben“.

Arbeiten beim Bestatter

Bevor man sich für den Beruf in einem Bestattungsunternehmen entscheidet, sollte man sich erst einmal darüber informieren worum es geht. „Gerade die Arbeit mit den Leichen muss einem schon liegen. Ich habe Menschen kommen und gehen sehen, die nach einer Abholung nicht mehr gekommen sind“, erzählt Herr. Die Arbeit sei nichts für jeden.

Sie selbst sagt jedoch: „Ich bin jetzt 31 und habe vor, das mein ganzes Leben lang weiterzumachen. Ich gehe jeden Tag mit einem guten Gefühl in die Arbeit und es gab seit ich hier arbeite noch nicht einen Tag an dem ich dachte ‚oh Gott, jetzt muss ich wieder arbeiten“. Das liegt auch am Zusammenhalt im Team. „Wir sind eine kleine Familie. Man hilft und unterstützt sich“. Mit Außenstehenden könne man oft nicht so über diesen Beruf sprechen.

Die Arbeit beim Bestatter

„Wir sind keine Todesengel“- Die Arbeit in einem Bestattungsunternehmen (1/2)

Arbeiten beim Bestatter: Unverständnis in der Gesellschaft

Die Arbeit in einem Bestattungsunternehmen stößt in der Gesellschaft oft auf Unverständnis. Viele können nicht verstehen, warum Menschen gerne mit dem Tod arbeiten. Dabei vergessen sie allerdings, dass zu einer der wichtigsten Aufgaben eines Bestatter die Betreuung der Hinterbliebenen zählt. Bianca Herr (31) arbeitet seit wenigen Monaten als kaufmännische Angestellte im Bestattungsunternehmen Joachim Männer in Ingolstadt und weiß, auf was es bei der Arbeit ankommt. Ihr ist es wichtig, anderen nahezubringen, dass Bestatter keine „Todesengel“ sind.

Die gelernte Erzieherin landete eher durch Zufall beim Bestatter. Das Unternehmen bei dem ihr Stiefvater damals arbeitete suchte eine Mitarbeiterin und sie habe es „einfach ausprobiert“. „Mit der Zeit habe ich gemerkt, dass mir die Arbeit ganz gut liegt und habe nach und nach auch Beratungen übernommen“, erzählt Herr.

Die Geschichten verblassen nie ganz

Vor einigen Monaten folgte der Wechsel ins Bestattungsinstitut Joachim Männer in Ingolstadt.Arbeiten beim Bestatter Zu den Aufgaben der 31-Jährigen zählt hier die Büroarbeit, ebenso wie Trauer- und Vorsorgegespräche. Auch wenn sie immer wieder auf Unverständnis stößt, so ist sie sich bewusst „dass es eine Aufgabe ist, die nicht jeder kann. Außerdem gehe ich am Ende des Tages mit einer inneren Ruhe nach Hause, weil ich weiß, dass ich etwas Sinnvolles für Menschen getan habe,“ sagt sie.

Herr kann die Zweifel von Außenstehenden aber auch nachvollziehen. „Die erste Zeit hatte ich schon Bedenken. Vor allem, weil ich mir überlegt habe, was ich mache, wenn ich Kinder oder junge Leute vor mir habe. Aber mit der Zeit lernt man auch damit umzugehen“, weiß Herr. „Es ist wichtig, dass die Menschen jemanden vor sich haben, der nicht mit ihnen weint, sondern ihnen Mitgefühl entgegen bringt. Und daran denkt, dass man den Menschen ja trotzdem beerdigen muss“, erklärt sie, fügt jedoch an: „ Aber Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, es gibt keinen Tag an dem ich nach Hause gehe und nicht über einen gewissen Fall nachdenke“. Viele Geschichten hätten Ähnlichkeit mit Situationen aus ihrem Leben, aber man müsse auch irgendwann loslassen.

Dennoch, wenn Herr an einem Haus vorbeifährt in dem sie jemanden betreut hat, dann erinnert sie sich noch heute an den Namen: „Da merke ich, dass die Geschichten nie ganz verblassen. Wahrscheinlich ist das auch wichtig, dass wir das trotzdem in uns tragen“.

Erfahren Sie im zweiten Teil unseres Interviews:

Warum ist es wichtig, sich frühzeitig mit dem Thema Tod zu beschäftigen und woher kommt der schlechte Ruf der Bestatter?

Die besondere Bestattung – Die Diamantenbestattung

Zu einer der schönsten Bestattungsarten gehört die Diamantenbestattung. Bei dieser Bestattungsform wird ein Diamant, aus dem in der Kremationsasche befindlichen

Nach dem Tod funkel als Diamant

Eine Erinnerung für die Ewigkeit

Kohlenstoff hergestellt.

Aus diesem Grund setzt die Diamantenbestattung eine Einäscherung (Kremierung) des Verstorbenen voraus. Die Kremationsasche besteht aus gut 30% Kohlenstoff, der zum größten Teil in Verbindungen vorliegt. Um ihn aus der Asche lösen zu können, wird ein spezielles Trennungsverfahren angewandt, und in einem weiteren Schritt werden die natürlichen Entstehungsbedingungen von Diamanten simuliert.

Der Kohlenstoff beginnt sich erst unter einer hohen Temperatur von 1.500 bis 1.700 Grad und einem enorm hohen Druck von 50.000 bis 60.000 Bar zu verflüssigen um dann am Ende auch seine Struktur zu verändern. Über mehrere Wochen beginnen aus dem ursprünglichen “hexagonalen“ Karbon “oktogonale“ Diamant-Kristalle regelrecht zu wachsen. Es können dem Diamanten auch Zusätze beigemischt werden, je nach Fertigungsverfahren, um die Farbe des Diamanten zu beeinflussen.

Weitere Gestaltungsmöglichkeiten, um aus den sterblichen Überresten des geliebten Verstorbenen einen einzigartigen Erinnerungsdiamanten herzustellen, kann ein entsprechender Schliff sein. Denn es stehen viele verschiedene Schliffarten (Brillant etc.) zur Verfügung.
Für mehrere Angehörige können auf Wunsch auch mehrere Diamanten aus der ca. 2 kg Kremationsasche eines Menschen gefertigt werden. Da natürlich nicht die ganze Asche zur Fertigung eines Diamanten benötigt wird, muss die verbleibende Asche auf herkömmliche Art beigesetzt werden.

Die Weltraumbestattung

Für viele Menschen ist es der Lebenstraum einmal einen Flug ins All zu erleben. Leider ist dies nur für die wenigsten möglich. Seit geraumer Zeit gibt es jedoch die Möglichkeit seine Asche in den in die Umlaufbahn um die Erde transportieren zu lassen. Bei dieser Bestattungsform wir jedoch nicht

Die Weltraumbestattung, eine neue Art der Beisetzung.

die komplette Urne im Weltraum beigesetzt sondern 1g bis 7g. Die übrig gebliebene Asche wird dann in Deutschland auf dem heimischen Friedhof bestattet. Bei der Weltraumbestattung wird grundsätzlich eine niedrige Umlaufbahn gewählt, um Zusammenstöße mit zukünftigen Weltraummissionen zu vermeiden.
Manchmal werden die Kapseln gar nicht in eine Umlaufbahn gebracht, so dass sie nach sehr kurzer Zeit wieder in die Erdatmosphäre eintreten und wie eine Sternschnuppe auf den Weg zur Erde verglühen. Noch ist die Bestattungsform in Deutschland nicht zugelassen, dennoch wird sie von einigen Bestattern angeboten bzw. auch vermittelt.
Die bislang prominenteste Persönlichkeit, die wohl im Weltraum bestattet wurde, ist der Schauspieler James Doohan bekannt als “Scotty“ aus der Serie “Raumschiff Enterprise“, der 2005 verstorben ist. Weltraumbestattungen werden durchgeführt von dem Unternehmen Celestis Space Services. Auf Wunsch können wir, vom Bestattungsinstitut Joachim Männer aus Ingolstadt diese besondere Bestattungsform, für Sie oder Ihre Angehörigen organisieren. Rufen Sie uns einfach unter der Telefonnummer (0841) 97 53 23 an, oder kommen Sie einfach für ein unverbindliches Beratungsgespräch bei uns vorbei.

Die Erdbestattung

Die Erdbestattung (Inhumation) ist die Beisetzung eines Leichnames in ein Grab in die Erde.
 Ist die Erdbestattung religiös motiviert, wird diese als Beerdigung bezeichnet und leitet sich aus der seit Jahrtausenden im Judentum, Christentum und Islam gebotenen Bestattungform her. 
Die Urnenbeisetzungen kann auch als Erdbestattung gesehen werden, da auch hier die Asche in der Erde beigesetzt wird. In der Regel ist dies aber nicht mit diesem Begriff gemeint. 

Die Erdbestattung ist ein Ritual, bei dem bestimmte Verhaltensweisen und Prozesse üblicherweise ohne die Notwendigkeit von Absprachen eingehalten werden. Diese unterscheiden sich je nach Religion und Land zum Teil erheblich. Alwin Pfaff, Inhaber der Bestattungsintitut Joachim Männer, kennt mir seiner langjährigen Berufserfahung die verschiedensten Bestattungsgepfolgenheiten und kann entsprechend eine Beerdigung durchführen.
Erdbestattungen müssen in Deutschland innerhalb von 8 Tagen nach dem Tod und frühestens 48 Stunden nach dem Tod durchgeführt werden. Dies verträgt sich z. B. nicht mit den islamischen Sitten, wonach ein Verstorbener stets am nächsten Tag begraben wird. Die Beisetzungsfrist kann durch einen Antrag bei der unteren Ordnungsbehörde verlängert werden, wenn keine gesundheitlichen Bedenken vorliegen (Wartefristverlängerung).
Bestattungen in Deutschland sind Sache der Bundesländer. Hier gibt es einzelne Bestattungsgesetze, die unter anderem auch die Bestattungszeiten regeln. Des Weiteren finden sich gesetzliche Regelungen im Strafgesetzbuch, Bürgerlichen Gesetzbuch und dem Infektionsschutzgesetz.

Bestatterwahl

Es gilt grundsätzlich eine freie Bestatterwahl für alle Friedhöfe!

Immer öfter wird die Frage gestellt:
„Auf unserem Friedhof macht dieser oder jener Bestatter das Grab und die Beerdigung.

Muss ich zu diesem Bestatter gehen oder darf ich mir einen anderen Bestatter wählen ohne Schwierigkeiten zu bekommen“?- Antwort: Jeder Angehörige darf den Bestatter frei auswählen!

Grundsätzlich gilt, dass Angehörige bzw. Auftraggeber von Sterbefällen zu jedem Bestatter Ihrer Wahl gehen können und dadurch auch keine Konsequenzen zu befürchten sind.

Keine Stadt, keine Gemeinde und auch kein Pfarramt kann Ihnen vorschreiben welchen Bestatter Sie für einen Sterbefall beauftragen müssen, auch dann nicht, wenn dieser oder jener Bestatter im Auftrag der Stadt, Gemeinde oder des Pfarramtes die Hoheitlichen Dienste(Grab öffnen, Beerdigung, Grab schließen) auf dem jeweiligen Friedhof durchführt.

SIE ALLEIN TREFFEN DIESBEZÜGLICH IHRE ENTSCHEIDUNG!

Die Baumbestattung

Wald im Gegenlicht

Die Baumbestattung ist eine noch relativ neue Bestattungsform.  Die Idee dazu hatte der Schweizer Ueli Sauter 1993, als er nach einer naturnahen Bestattung für seinen Freund suchte. Im Friedwald® erfand er die Bestattung und ließ sich die Idee sogleich in der Schweiz und in der EU patentieren. Seit kurzem gibt es nun auch andere Anbieter, wie Ruheforst®, die meist auch gewerblich agieren. Auch einige Friedhöfe bieten schon Baumbestattungen an.
Im Wurzelbereich eines Baumes wird immer nur eine Urne eingebracht, darum setzt dies die vorherige Kremation voraus.
Für die Beisetzung werden spezielle „Bio-Urnen“ verwendet, da diese besonders leicht abbaubar sind. Sargbeisetzungen sind aus Gründen des Trinkwasserschutzes in den Friedwäldern nicht möglich.
Entweder wird eigens für die Beisetzung ein neuer Baum gepflanzt oder ein bereits vorhandener Baum ausgesucht.
Natürlich ist eine anonyme Bestattung möglich oder eben auf Wunsch kann der Baum auch mit einer Namensplakette versehen werden. Die Angehörigen können einen Lageplan des Baumes, an dessen Fuß die Beisetzung erfolgt ist, erhalten. Bis zu 100 Jahre kann das Ruherecht in Friedwäldern und Ruheforsten betragen.
Was ein Vorteil sein kann, ist das die Ruhestätten nicht von den Angehörigen gepflegt werden muss. Und dennoch existiert auch hier ein Ort, an dem der Verstorbene von seinen Angehörigen „besucht“ werden kann, was sich natürlich positiv auf die Trauerbewältigung auswirken kann. Eins sollte man allerdings bedenken, dass der Beisetzungsort für eine Baumbestattung außerhalb gelegen und auch nur über Waldwege zu erreichen ist, was besonders älteren Menschen einen Besuch der Grabstelle erschweren kann. Die Kosten für eine Baumbestattung sind vom Träger und auch vom Standort des Baumes abhängig. Natürlich sind die Kosten für einen Einzel- oder Familienbaum höher, als wenn mehrere Aschen an den Wurzeln eines Gemeinschaftsbaumes ruhen. Man sollte die Kosten immer für den einzelnen Fall erfragen, da jeder Grabstättenträger hier so seine eigenen Regeln hat.